28 Jahre lang war Deutschland durch die Mauer geteilt. Als Reaktion auf die zunehmende Flucht gen Westdeutschland baute die DDR-Regierung den sogenannten „antifaschistischen Schutzwall“ um zu verhindern, dass immer mehr Menschen der DDR den Rücken kehren. Wer sich davon nicht aufhalten lassen wollte ging eine Gefahr für Leib und Leben ein, denn gegen solchen Freiheitsdrang wehrte sich der sozialistische Staat mit Stacheldraht, Selbstschussanlagen und Schießbefehl.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 hatte dieses Kapitel der deutschen Geschichte ihr Ende. Der Anfang vom Ende war die Grenzöffnung weiterer sozialistischer Staaten. Ungarn öffnete am 11. September 1989 die Grenzen zu Österreich und seit Anfang November konnte man direkt über die Tschechoslowakei ausreisen. Die so wieder eingetretene Republikflucht, die Massenkundgebungen in der Wendezeit und die Forderungen nach Reisefreiheit führten gemeinsam zur Öffnung der Mauer.
Ein Entwurf über ein neues Reisegesetz vom 6. November stieß auf scharfe Kritik und die tschechoslowakische Regierung übte diplomatischen Druck aus, da sie nicht als Transitland nach Westdeutschland dienen wollten. Das SED-Politbüro beschloss so am 7. November die ständige Ausreise dem vorherigen Entwurf vorzuziehen.
Dieser Entwurf wurde zwar von Politbüro und Ministerrat gebilligt, sollte aber erst am 10. November um 4 Uhr über die staatliche Nachrichtenagentur ADN veröffentlicht werden.
Zeitgleich wurde dieser Entwurf aber vom Justizministerium beanstandet und vom Zentralkomitee in leicht abgeänderter Form als Ministerratsvorlage bestätigt. Mit der Pressekonferenz wurde Günter Schabowski beauftragt, der bei den vorangegangenen Sitzungen nicht anwesend war und so nur die handschriftlich abgeänderte Ministerratsvorlage als Vorlage hatte.
Beim Verlesen der Vorlage kam mehrmals die Zwischenfrage auf, wann diese Neuregelungen in Kraft träten. Da Schabowski dazu keinen Hinweis in seinen Notizen fand antwortete er mit den bekannten Worten: „Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich.“. Auch die Nachfrage ob das auch für die Grenzübergänge nach West-Berlin gelte, bejahte er.
Die daraufhin von westdeutschen Fernseh- und Radiostationen verbreitete Version, dass die Mauer offen sei, löste dann aus, dass mehrere Tausend Ostberliner zur Berliner Mauer gingen und deren Öffnung verlangten. Die Grenztruppen und Passkontrolleinheiten waren bis dahin noch nicht über die geänderten Regelungen informiert, doch unter dem Druck der Massen wurde um 23.30 Uhr der Grenzübergang Bornholmer Straße ohne konkrete Anweisung geöffnet. Weitere Grenzübergänge nach Westberlin und Westdeutschland wurden in den darauffolgenden Stunden geöffnet.