Am 23. Februar 1981 (daher die Bezeichnung 23-F) kam es in Spanien zu dem Versuch eines Militärputsches. Ziel der handelnden Teile von Guardia Civil und Militär war es die Demokratisierungsprozesse von König Juan Carlos I. zu stoppen.
Juan Carlos I. hatte am 22. November 1975, zwei Tage nach dem Tod des Diktators Franco, die Macht übernommen und stand seit dem an der Spitze des spanischen Staates. Anstatt, wie vermutet, die Diktatur als Monarch weiterzuführen setzte er einen beispielhaften und friedlichen Prozess der Demokratisierung um.
Zur Ernennung des neuen Regierungschefs Leopoldo Calvo-Sotelo stürmten am 23. Februar 1981 um 18:23 Uhr Angehörige der Armee und der Guardia Civil das Parlament und nahmen alle anwesenden Abgeordneten als Geiseln. Schüsse fielen und Polizisten zerstörten die Kameras. Gleichzeitig fuhren auf Befehl des General-Kapitäns der östlichen Militärregion Milans del Bosch in Valencia Panzer auf die Straßen. Es folgte die Ausrufung des Ausnahmezustands – bereits vorher vorbereitet – in mehreren Landesteilen. Man ging davon aus, dass sich der König und große Teile des Militärs auf die Seite der Putschisten stellen würden.
Dieser stellte sich jedoch hinter die Demokratie und hielt um 1:10 Uhr nachts eine Fernsehansprache, in der er betonte, dass die Krone Spaniens, niemals eine Macht dulden dürfe, die mit Gewalt versuche den Demokratisierungsprozess zu unterbrechen, welchen das Volk mit seinem positiven Referendum für die Verfassung bestätigt habe.
Juan Carlos nutzte zudem seine Kontakte, die er während seiner Ausbildung beim Militär gemacht hatte, um sich die Loyalität der Armee zu sichern.
Das Volk protestierte nun öffentlich gegen den Putsch, sodass Milans del Bosch gegen 5:00 Uhr die Panzer wieder zurückzog. Die Parlamentarier waren frei und die Demokratie gerettet. Seitdem wird Juan Carlos I. nicht mehr in Frage gestellte und eine große Mehrheit der Spanier erklärt sich zu Juancarlisten – Anhängern des Königs.